Traum oder Wirklichkeit?

Klingt es nicht einfach traumhaft? Man gibt ein paar Zutaten in ein Gerät, drückt einen Knopf und Minuten später hat man frisch gemachte Pasta. Ganz ohne langes Kneten und Formen. Der Philips Pastamaker soll das möglich machen. Doch funktioniert das tatsächlich so einfach oder gibt es nicht doch auch ein paar Problemchen?

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Modellen und ich habe mir für den Test das größte Modell HR2358/12 mit Wiege-Funktion besorgt. Der Lieferumfang ist sehr Umfangreich.

Lieferumfang

Neben der Maschine kommen 8 Aufsätze für Tagliatelle, Pappardelle, Lasagne, Penne, Capellini, Spaghettoni, Spaghetti und Fettuccine inkl. Passenden Reinigungsaufsätzen.

Außerdem ein Messbecher für Flüssigkeiten, einer für Mehl, ein Schneide-Saubermach-Schaber, ein bebildertes Rezeptbuch und eine klassisch langweilige Bedienungsanleitung.

Vor dem ersten Betrieb des Pastamakers

Vor dem ersten Betrieb sollten alle abnehmbaren Teile und das Zubehör natürlich gereinigt werden. Dazu wird die Maschine auseinandergebaut.

Zuerst die vordere Halteplatte abschrauben, dann den Formaufsatz abnehmen, die vordere Abdeckung und den Deckel abnehmen, den Knethaken und die Knetschale ausbauen. Auch hier zeigt sich: eine Vielzahl an Teilen.

Alle abnehmbaren Teile, bis auf die vorderste Abdeckplatte sind Spülmaschinenfest, für die erste Reinigung sollte mindestens mit warmen Wasser abgespült werden.

Danach die Maschine in Umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen. Knetschale und Knethaken einbauen, die vordere Abdeckung darauf geben, den gewünschten Formaufsatz einspannen und es kann losgehen!

Die erste selbstgemachte Pasta

Ganz Eilige können jetzt schon den Wassertopf aufstellen, denn der größte Teil der Arbeit ist erst einmal getan!

Nach dem einstecken erwacht die Maschine direkt zum Leben, das Display blinkt kurz, bis ein paar Nullen angezeigt werden. Das Modell mit Display hat wie gesagt eine Waage integriert, so kann man das Mehl der Wahl direkt in die Rührkammer geben.

Mindestens 200g bis maximal 500g beliebiges Mehl kann eingefüllt werden bevor der Deckel geschlossen werden sollte. Danach wählt man das Programm für Mehl und Wasser oder Wasser mit Ei, Gewürze oder Gemüsesaft. Die Mehlmenge bestätigt man mit Druck auf die Flüssigkeitstaste.

Daraufhin berechnet die Maschine die exakt benötigte Flüssigkeitsmenge und zeigt sie auf dem Display an. In den Messbecher können dann ein oder zwei Eier gegeben werden. Der Rest wird mit Wasser aufgefüllt, bis die angegebene Menge erreicht ist.

Dann nur noch Start drücken und sofort die Flüssigkeit eingießen. Auf dem Display wird eine Knet-Zeit von 3 Minuten angezeigt.

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Im beiliegenden Rezeptbuch sind vielfältige Rezept-Möglichkeiten aufgeführt. Für normale Nudeln gibt es nach meiner Erfahrung mit einer Mischung aus Hartweizengrieß und normalem Mehl die besten Ergebnisse.

Das verwundert nicht, denn die meisten fertigen Nudeln sind sogar aus 100% Hartweizen. Man kann auch normales Mehr nehmen, aber ich finde die Nudeln werden dann zum einen recht blass,

zum anderen ist die Konsistenz der fertigen Nudeln eher flaumig, wodurch ein Bissfestigkeit eher schwer zu erreichen ist.

Ist diese Zeit abgelaufen beginn die Maschine automatisch mit dem Formen der Nudeln.

Wem das zu schnell geht, der kann zwischendrin auch die Pause-Taste drücken. Bei gröberen Mehlen schadet es auch nicht, wenn man den Teig ein paar Minuten länger quellen lässt.

Nach Ablauf der Knet-Zeit dreht die Maschine das Knet-Werk automatisch in die andere Richtung, wodurch der Teig nach vorne zu einer Schnecke getrieben wird. Diese Drückt den Teig mit hörbar hohem Druck durch die Formscheibe.

Anfangs noch etwas fasrig werden die Nudeln glatt und gleichmäßiger und können mit dem Teigschaber in der gewünschten Länge abgeschnitten werden. Mehlen der Unterlage oder ähnliches ist nicht nötig, da die Nudeln sehr trocken rausgepresst werden und somit auch kaum aneinanderkleben.

Neigt sich der Teig dem Ende zu, dreht die Maschine noch einmal in die andere Richtung um Teigreste zusammen zu fassen, dann dreht sie nochmals um und drückt weitere Nudeln aus. Meist bleibt aber leider trotzdem eine kleine Menge Teig zurück, was wohl technisch einfach nicht anders möglich ist.

Bis dahin kocht aber auch das Nudelwasser und die Nudeln können direkt gekocht werden.

Die Reinigung

Während das passiert, kann man die Maschine schon einmal auseinander bauen und abspülen oder eben in die Spülmaschine geben. Den Motorblock einmal feucht abwischen. Fertig.

Das ist in der Regel auch wirklich vergleichsweise schnell passiert, sodass die Küche vor dem Essen wieder sauber ist. Nur die Formaufsätze brauchen etwas mehr Aufmerksamkeit, man merkt jedoch das Philips den Reinigungsaufwand geringhalten wollte, da für jede Gelegenheit ein Saubermach-Werkzeug dabei ist. Hartnäckige Teigreste lässt man am besten trocknen oder gibt sie kurz ins Gefrierfach, dann kann man sie in einem sauber rausdrücken.

Spätestens dann kann man wie gewohnt anrichten und die herrlich frisch gemachte Pasta genießen.

Weitere Möglichkeiten

Insgesamt ist das Ergebnis ist dem Aufwand entsprechend auch wirklich beeindruckend, wenn man vergleicht welche körperliche Arbeit das rein manuelle Pasta machen ist.

Was mich vor allem auch fasziniert sind die vielfältigen Möglichkeiten. So kann man neben Kräutern und Gewürzen auch Gemüsepulver oder Saft mit in den Teig geben,

wodurch sich bunte und abwechslungsreiche Kreationen ebenso leicht und schnell umsetzen lassen. Durch den Nudelplatten Aufsatz können frisch gerollte Platten für Lasagne, Ravioli oder Canneloni ausgegeben werden.

Natürlich sind auch Vollkornnudeln oder Pasta aus anderen Getreidesorten jederzeit machbar. Vor allem auch Allergiker und Ernährungsbewusste kommen voll auf ihre Kost,

denn Glutenfreie oder Eiweißreiche Mehle wie beispielsweise Kichererbsen- oder Linsenmehl sind auch kein Problem.

Das Ganze kann auch noch weitergetrieben werden. Ich nehme zum Beispiel Kokosmehl mit Eiweiß, um süßlich exotische Nudeln zu erhalten, die mit Beerensoße ein etwas anderes Dessert geben.

Der entscheidende Haken

Das Klingt zu gut um wahr zu sein. Ist es auch, denn es gibt für mich tatsächlich einen kleinen, nicht unbedeutenden Haken. Eine gute Pasta ist frisch immer besser als getrocknet gekauft.

Und so einfach die Zutaten für Nudeln sind, so wichtig ist die Richtige Form der Nudeln, um das gewohnte und schmackhafte Mundgefühl zu erzeugen. Und genau das ist das Problem.

So ziemlich alle Formaufsätze geben die Pasta für meinen Geschmack deutlich zu dick aus. Die normalen Spaghetti gelingen noch am besten.

Am schlimmsten merkt man es bei den Penne, die teilweise richtige Teigbomber sind. Die Vielfältigkeit, die man durch die 8 Formscheiben erwartet wird dadurch sehr eingeschränkt.

Und das ist in Summe wirklich Schade, denn andernfalls würde die Maschine das Pasta machen absolut perfekt beherrschen und jede andere Nudel oder Nudelmaschine überflüssig machen!

So muss es letztendlich jeder selbst überlegen, ob sich die Maschine für ihn lohnt. Pasta-Fans und auch Ernährungsbewusste sollten sich das definitiv einmal genauer ansehen!

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